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Der Landbote

Warum braune Flecken kein Makel blieben

Der Beitrag "Warum braune Flecken kein Makel blieben" von 
Dr. Eckart Dietzfelbinger, der an dieser Stelle abrufbar war, stammt 
ursprünglich aus der Zeitschrift „transit nürnberg #2“ des 
Verlages testimon und kann bezogen werden über:

Verlag testimon
  Postfach 11 91 45

90101 Nürnberg

 http://www.testimon.de

»Er drohte wieder mit der Gauleitung«(Leseprobe)
Gustav Schickedanz und die »Arisierungen«
Von Peter Zinke
in Nurinst 2008 Beiträge zur deutschen und jüdischen Geschichte, Nürnberg 2008

Der Name Gustav Schickedanz steht synonym für das „Wirtschaftswunder" in Fürth und Nürnberg. So wurde der Quelle-Mann z.B. anlässlich des 1000jährigen Jubiläums Fürths 2007 dort in einer offiziell in Auftrag gegebenen Theaterrevue zur nostalgischen Retro-Kultfigur verklärt. Über die Grundlagen des kometenhaften Aufstiegs vor 1945 machten sich die Autoren Eckart Dietzfelbinger und Peter Zinke in Schickedanz' umfangreichen Spruchkammerakten kundig. Dietzfelbinger zeichnet an seinem Beispiel das Bild zweier anormaler Normalitäten, der einträglichen „Arisierung" unter den Nazis und der „Mitläuferfabrik" nach Kriegsende, die beide auf einem gesellschaftlichen Konsens beruhten und für haarsträubende personelle und mentale Kontinuitäten sorgten. Zinke zeigt auf, mit welcher Rücksichtslosigkeit der Fürther Ehrenbürger sich das Vermögen der jüdischen Geschäftsleute angeignet hat.

„Die Auswanderung des Siegfried ‚Israel’ Goldmann ist daher nicht mehr möglich...“
von Siegfried Imholz

Von 1933 bis 1941 wurden in Fürth über 300 Geschäfte, Kanzleien und Fabriken jüdischer Eigentümer liquidiert oder geraubt. 210 Grundstücke und Häuser gingen – zu einem Bruchteil ihres Wertes - in deutschen Besitz über. Sie wurden ‚arisiert’, wie man das euphemistisch nannte. Allein im Jahr 1942 „erwarben“ nach Einnahmelisten der Fürther Stadtkasse 142 Fürther „Gegenstände aus früherem jüdischen Besitz“. Stellvertretend für alle Opfer soll hier die Geschichte der Familie Meta und Siegfried Goldmann geschildert werden, deren Sohn Ernst am 12. April 1933 in Dachau erschossen, deren Geschäft am 5.Januar 1938 vom Nachbarn Stolk geraubt und die am 22. März 1943 in Izbica ermordet wurden, nachdem alle Versuche zu entkommen, gescheitert waren.

 

"Birken am Rednitzufer"

Wie sein Freund, wurde Rudolf Benario am 12. April 1933 in Dachau ermordet. Wie Ernst Goldmann war Mitglied der KPD und Jude. In einer bemerkenwerten Dokumentation haben sich die Klasse 9b der Fürther Hauptschule Soldnerstraße und und ihr Lehere Manfred Lehner im Jahr 2003 mit diesem Verbrechen auseinandergesetzt.